Samstag, 12. Juli 2008
Schwarzes Dokumentarfilm-Kino
Oliver Fourier (ISD Gießen)
Donnerstag 7., Freitag 8. & Samstag 9. August
Deutschland Schwarz-Weiss: Lesung von Noah Sow

Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen...Alltäglicher Rassismus beginnt nicht erst bei gewalttätigen Übergriffen. Er manifestiert sich in Aussagen wie „die deutsche Nationalmannschaft ist ja wirklich nicht sehr deutsch“ oder in der Feststellung, die Sängerin Jessye Norman trete „wie eine Stammeskönigin“ vor ihr Publikum.
Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Um ihn jedoch bewusst bekämpfen zu können, muss man ihn zunächst verstehen lernen. Und dazu müssen wir lieb gewordene „Gewissheiten“ hinterfragen.
Noah Sow (www.deutschlandschwarzweiss.de)
Samstag 9. August
Homestory Deutschland: Das Theaterstück
Was wäre wenn…
… Anton Wilhelm Amo (geboren 1713), Henriette Alexander (geboren 1817), Billy Mo (geboren 1923), Fasia Jansen (1929) und May Ayim (geboren 1960) in einem zeitlosen Raum aufeinander träfen?
Der junge Autor Tyrell (28 Jahre) hat den Auftrag, ein Theaterstück zur Ausstellung „Homestory Deutschland“ zu schreiben. Zunächst hadert er mit dem Titel, impliziert er doch die Frage nach seiner eigenen Homestory, seinem Home, seiner Heimat, seinem Heimatempfinden.
Um dem entstehenden Stück eine Struktur zu geben, reflektiert er die Aspekte und Phasen, die das Leben eines Schwarzen Menschen in Deutschland prägen; die Kindheit, An- und Abwesenheit der Familie, der Beruf/die Berufung, ein wie auch immer geartetes politisches Engagement. Da alle Protagonisten bereits verstorben sind, macht sich Tyrell auch Gedanken, um deren Tod und Vermächtnis. Doch Tyrell kommt in seiner Arbeit nicht recht voran, da er sich immer wieder durch Geräusche aus der Nachbarwohnung gestört fühlt…
Ohne es zu wissen beeinflusst Tyrell mit seinen Fragestellungen und Gedankengängen das Gesprächsgeschehen und Agieren der fünf historischen Protagonisten, denn Amo, Henriette, Billy, Fasia und May haben sich bereits in einer Parallelwelt zusammengefunden - seltsamerweise in einer Wohnküche. Aber da sie nun schon einmal da sind - denken sie sich - nutzen sie die Gegebenheiten und jeder/jede kocht sein Lieblingsgericht in der Hoffnung, sich über die kulinarischen Vorlieben gegenseitig besser kennen zu lernen.
Doch schon beim gemeinsamen Zubereiten der Speisen, kommt es - wie in jeder Küche, in der Freunde gemeinsam kochen - zum Austausch verschiedenster Lebensgeschichten. Ent- und ermutigende, schmerzhafte, fröhliche und hinterfragende Erinnerungen tauchen auf und werden so plastisch, dass die Protagonisten - ebenso wie das Publikum - sie sehen, hören und spüren können.
Derweil plagt sich Tyrell mit den spärlichen Recherchefunden zu den Personen, über die er schreiben soll. Nicht nur, dass manche Biographien nur sehr fragmentarisch vorliegen. Nahezu alle sind aus einem weißem Geschichtsverständnis heraus geschrieben wurden. Könnte Tyrell die Fünf doch selbst fragen, was jeder/jede Einzelne über ihr/sein Leben berichten wollen würde, was sie für wesentlich halten.
Und als wäre das nicht schon frustrierend genug, raubt ihm der inzwischen unerträgliche Lärm im Nachbarraum, die letzten Funken seiner Konzentrationsfähigkeit. Entnervt will Tyrell dem Treiben seiner Nachbarn ein Ende setzen und stolpert dabei mitten in sein eigenes Theaterstück.
In der Wohnküche ist das Essen gerade fertig. Tyrell wird von den fünf ‚Hobbyköchen’ zu Tisch gebeten. An dieser Tafel sitzen nun aber nicht einfach sechs Personen mit ebenso unterschiedlichen, wie identischen Biographien, sondern auch drei Jahrhunderte Schwarze Deutsche Geschichte. Während die Gastgeber Tyrell mit Fragen über Schwarzes Leben in Deutschland im Jahr 2007 bestürmen, fallen ihm nur zwei Frage ein, die er jeder / jedem Einzelnen stellt: Was hätte aus deiner Geschichte Amo, aus deiner Henriette, aus deiner Billy, deiner Fasia und May; was hättet ihr euch für euer Leben gewünscht? Was hätte aus euren Geschichten eine wirkliche Homestory gemacht?
ManuEla Ritz & Sharon Otoo
Samstag 9. August
Gruppenfoto
Colourmusic!
Wichtig ist dass wir die Instrumente organisieren können, bzw. zu wissen wer welches Instrument spielt und mitbringen kann.
In jedem Fall würde Nigel auch gerne eine Abschluss-performance mit den TeilnehmerInnen des Workshops am Samstag vor der Party machen.
Meldet euch bei Nigel!
info@colourmusic.de
Nigel Asher (www.colourmusic.de)
Workshop 1 - Freitag 8. August
Workshop 2 & Performance - Samstag 9. August
Generation Adefra: 20 Jahre Schwarze Frauenbewegung in Deutschland - Impressionen und Meilensteine
Eine Ausstellung von Adefra
Das Prinzip Adefra lautet: „Die Frau die Mut zeigt.“ Vor zwanzig Jahren führten Forschungen und literarische Produktionen Schwarzer Deutscher Aktivistinnen zu einer Initiative, deren identitätspolitischen Auseinandersetzungen zum Ausgangspunkt für eine spezifische Organisationsform „Schwarzer Aktivismus in Deutschland“ wurden. Unter dem von Audre Lorde gemeinsam mit diesen Aktivistinnen begründete politische Selbstbezeichnung „afro-deutsch“ bildete sich anfangs ein kleiner Kreis Schwarzer Feministinnen, die 1986 den Verein Adefra, Schwarze Frauen in Deutschland, gründeten.
Mit der Ausstellung wird die Entwicklung der gegenwärtigen Organisationsformen und Beziehungsnetze Schwarzer Aktivistinnen in diesen Land nachgezeichnet. Mit fotografischen soll vermittelt werden, welche Wege und Auseinandersetzungen für die heutigen Formen des Schwarzen feministischen Aktivismus in Deutschland prägend gewesen sind.
Mit der Ausstellung wird die Entwicklung der gegenwärtigen Organisationsformen und Beziehungsnetze Schwarzer Aktivistinnen in diesen Land nachgezeichnet. Mit fotografischen soll vermittelt werden, welche Wege und Auseinandersetzungen für die heutigen Formen des Schwarzen feministischen Aktivismus in Deutschland prägend gewesen sind.
Adefra
Donnerstag 7. -Sonntag 10. August
Ausstellungeröffnung, Freitag 8. August
Bildhauern für Kinder
Aus Y-Ton Steinen werden Figuren, Gesichter, Tier, etc. geschnitzt, gefeilt und geschliffen. Mit Dispersionsfarben können die Werke noch zusätzlich lebendig gestaltet werden. Im Anschluß ist eine Ausstellung geplant.
Stephen Lawson
Freitag 11.08
Samstag 12.08

